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Wie Elektrofahrzeuge die Nachfrage nach Autokarosserieklebstoffen ankurbeln

2026-01-28

Die globale Automobilindustrie durchläuft einen der tiefgreifendsten Umbrüche ihrer Geschichte. Im Zentrum dieses Wandels steht der rasante Aufstieg der Elektrofahrzeuge (EVs), angetrieben durch strengere Emissionsvorschriften, technologische Fortschritte und veränderte Verbraucherpräferenzen. Während sich die öffentliche Diskussion vor allem auf Batterien, Ladeinfrastruktur und Reichweite konzentriert, vollzieht sich im Verborgenen ein stillerer, aber ebenso entscheidender Wandel: die zunehmende Abhängigkeit von Klebstoffen für die Automobilkarosserie .

Da Elektrofahrzeuge Fahrzeugarchitektur, Materialauswahl und Fertigungsprozesse grundlegend verändern, werden traditionelle Fügeverfahren wie Schweißen, Nieten und mechanische Befestigung zunehmend durch fortschrittliche Klebetechnologien ergänzt oder sogar ersetzt. Dieser Artikel untersucht, warum Elektrofahrzeuge die Nachfrage nach Karosserieklebstoffen beschleunigen, wie diese Materialien modernes Elektrofahrzeugdesign ermöglichen und welche Auswirkungen dieser Trend auf Hersteller und Zulieferer entlang der automobilen Wertschöpfungskette hat.


1. Der durch Elektrofahrzeuge hervorgerufene Strukturwandel

Elektrofahrzeuge unterscheiden sich grundlegend von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in ihrem strukturellen Aufbau. Das Fehlen eines herkömmlichen Motors, Getriebes und Abgassystems ermöglicht neue Gestaltungsfreiheiten, bringt aber auch neue technische Herausforderungen mit sich.

1.1 Akkupacks als Strukturbauteile

Bei vielen Elektrofahrzeugplattformen sind die Akkupacks nicht mehr nur einfach montierte Bauteile. Sie dienen oft als tragende oder semistrukturelle Elemente, die in den Fahrzeugboden integriert sind. Diese großen Akkugehäuse erfordern eine präzise Verklebung, um Folgendes zu gewährleisten:

  • Strukturelle Steifigkeit

  • Schwingungsdämpfung

  • Langzeitbeständigkeit unter thermischer Belastung

Klebstoffe für die Automobilkarosserie spielen eine entscheidende Rolle bei der Befestigung von Batteriegehäusen an der Fahrzeugkarosserie und der gleichmäßigen Verteilung der Spannungen auf die verklebten Oberflächen – etwas, das durch Punktschweißen allein nicht effektiv erreicht werden kann.

1.2 Neue Fahrzeugarchitekturen

Elektrofahrzeugplattformen werden häufig als „Skateboard“-Strukturen mit flachen Akkupacks und modularen Aufbauten konstruiert. Diese Architektur begünstigt durchgehende Klebeverbindungen und führt zu einem erhöhten Einsatz von Strukturklebstoffen zum Verbinden großer Karosserieteile und Baugruppen.

Klebstoffe für die Automobilkarosserie


2. Leichtbau: Ein zentraler Treiber der Klebstoffnachfrage

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen ist die Gewichtsreduzierung. Batteriesysteme tragen erheblich zur Masse bei, und jedes zusätzliche Kilogramm wirkt sich direkt auf Reichweite, Effizienz und Leistung aus.

2.1 Fahrzeugkarosserien aus mehreren Materialien

Um das Gewicht der Batterien auszugleichen, setzen Automobilhersteller zunehmend auf Leichtbaumaterialien wie zum Beispiel:

  • Aluminiumlegierungen

  • Hochfester und ultrahochfester Stahl

  • Magnesiumkomponenten

  • Faserverstärkte Verbundwerkstoffe

Diese unterschiedlichen Materialien lassen sich mit herkömmlichen Schweißverfahren oft nur schwer oder gar nicht effektiv verbinden. Automobilkarosserieklebstoffe hingegen bieten eine ausgezeichnete Kompatibilität auf verschiedenen Untergründen.

2.2 Klebstoffe vs. mechanische Verbindungselemente

Im Vergleich zu Schrauben oder Nieten bieten Klebstoffe beim Leichtbau von Elektrofahrzeugen mehrere Vorteile:

  • Vermeidung von Bohrungen, Erhalt der Materialintegrität

  • Reduzierte Stresskonzentration

  • Geringeres Gesamtgewicht der Komponenten

  • Verbesserte Ermüdungsbeständigkeit

Da die Hersteller von Elektrofahrzeugen die Grenzen des Leichtbaus immer weiter ausreizen, werden Klebstoffe nicht nur zur Option, sondern zur Notwendigkeit.


3. Verbesserte Crashsicherheit und strukturelle Integrität

Sicherheit hat bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen weiterhin höchste Priorität, insbesondere angesichts der vorhandenen Hochvolt-Batteriesysteme.

3.1 Energieaufnahme und Lastverteilung

Klebstoffe für Automobilkarosserien tragen zu einer verbesserten Crashsicherheit bei, indem sie:

  • Verteilung der Aufprallkräfte über die verbundenen Bereiche

  • Verhinderung der Rissausbreitung

  • Verbesserung der Gelenksteifigkeit ohne Gewichtszunahme

Bei Elektrofahrzeugen, wo der Schutz der Batterie von entscheidender Bedeutung ist, tragen Klebstoffe dazu bei, die strukturelle Integrität bei Frontal-, Seiten- und Heckaufprall zu erhalten.

3.2 Batterieschutz und -versiegelung

Klebstoffe werden häufig verwendet, um Batteriegehäuse gegen Folgendes abzudichten:

  • Feuchtigkeitseintritt

  • Staub und Schmutz

  • Chemikalienbelastung

Diese Dichtungsfunktion ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung der Batterieleistung, -sicherheit und -lebensdauer und erhöht den Klebstoffverbrauch pro Fahrzeug zusätzlich.


4. Geräusch-, Vibrations- und Rauheitsreduzierung (NVH) bei Elektrofahrzeugen

Elektrofahrzeuge sind deutlich leiser als herkömmliche Fahrzeuge, was die Wahrnehmung von Geräuschen und Vibrationen durch die Fahrer verändert.

4.1 Die NVH-Herausforderung bei leisen Antriebssträngen

Da Motorengeräusche fehlen, die leisere Geräusche überdecken könnten, reagieren die Insassen von Elektrofahrzeugen empfindlicher auf Folgendes:

  • Straßenlärm

  • Windgeräusche

  • Vibrationen der Karosserieteile

Klebstoffe für Automobilkarosserien bieten inhärente Dämpfungseigenschaften, die dazu beitragen, die Übertragung von Vibrationen zwischen den Bauteilen zu reduzieren.

4.2 Klebstoffe als NVH-Lösungen

Im Vergleich zu starren mechanischen Verbindungen:

  • Mikrovibrationen absorbieren

  • Reduziert Quietschen und Klappern

  • Verbesserung des allgemeinen Kabinenkomforts

Da die Erwartungen der Verbraucher an den Komfort von Elektrofahrzeugen steigen, setzen die Hersteller zunehmend auf Klebstoffe, um die strengen NVH-Vorgaben zu erfüllen.


5. Anforderungen an das Wärmemanagement in Elektrofahrzeugen

Das Wärmemanagement ist ein entscheidender Aspekt der Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen, insbesondere im Hinblick auf Batterien, Leistungselektronik und Elektromotoren.

5.1 Wärmemanagement in Batteriesystemen

Akkus erzeugen beim Laden und Entladen Wärme. Automobilklebstoffe werden verwendet in:

  • Verbindungskühlplatten

  • Sicherung von Wärmeleitmaterialien

  • Verkapselung empfindlicher Komponenten

Moderne Klebstoffformulierungen können die Haftfestigkeit über einen weiten Temperaturbereich aufrechterhalten und gleichzeitig die Wärmeableitung unterstützen.

5.2 Beständigkeit gegen Temperaturwechsel

Komponenten von Elektrofahrzeugen sind häufigen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Klebstoffe für Karosserieanwendungen müssen folgenden Belastungen standhalten:

  • Ausdehnung und Zusammenziehung ungleicher Materialien

  • Langfristige Einwirkung erhöhter Temperaturen

  • Wiederholte Temperaturzyklen ohne Degradation

Diese Leistungsanforderungen treiben die Nachfrage nach hochwertigen, spezialisierten Klebstofflösungen an.


6. Fertigungseffizienz und Automatisierung

Der Übergang zu Elektrofahrzeugen verändert auch die Automobilherstellungsprozesse.

6.1 Vereinfachung von Montageprozessen

Klebstoffe für Automobilkarosserien ermöglichen:

  • Weniger Teile und Befestigungselemente

  • Sauberere Montagelinien

  • Reduzierter Bedarf an komplexen Schweißvorgängen

Diese Vereinfachung ist besonders wertvoll für EV-Startups und Hersteller, die neue Produktionsmodelle einführen.

6.2 Kompatibilität mit der automatisierten Produktion

Moderne Klebstoffsysteme sind für Folgendes ausgelegt:

  • Robotergesteuerte Dosierung

  • Kontrollierte Aushärtungszeiten

  • Inline-Qualitätsüberwachung

Mit steigenden Produktionsmengen von Elektrofahrzeugen unterstützen Klebstoffe die Hochgeschwindigkeits- und automatisierte Montage bei gleichzeitig gleichbleibender Qualität.


7. Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema im Ökosystem der Elektrofahrzeuge und erstreckt sich über das emissionsfreie Fahren hinaus bis hin zu den Herstellungsverfahren.

7.1 Geringerer Energieverbrauch in der Produktion

Im Vergleich zum Schweißen erfordert das Kleben typischerweise Folgendes:

  • Geringerer Energieaufwand

  • Niedrigere Prozesstemperaturen

  • Reduzierter CO2-Fußabdruck

Dies passt gut zu den Nachhaltigkeitszielen der Automobilhersteller.

7.2 Ermöglichung von Recycling und Materialeffizienz

Fortschrittliche Klebstofftechnologien entwickeln sich weiter, um Folgendes zu unterstützen:

  • Verbesserte Recyclingfähigkeit von Verbundstrukturen

  • Einfachere Trennung der Materialien am Ende ihrer Lebensdauer

  • Reduzierter Materialabfall während der Produktion

Da die Vorschriften für das Fahrzeugrecycling immer strenger werden, spielen Innovationen im Bereich der Klebstoffe weiterhin eine entscheidende Rolle.


8. Erhöhung des Klebstoffverbrauchs pro Fahrzeug

Einer der deutlichsten Indikatoren für die durch Elektrofahrzeuge bedingte Nachfrage ist die wachsende Menge an Klebstoffen, die pro Fahrzeug verwendet wird.

8.1 Trends beim Klebstoffverbrauch

Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen benötigen Elektrofahrzeuge typischerweise:

  • Weitere Strukturklebstoffe

  • Weitere Dichtungs- und Verkapselungsmaterialien

  • Speziellere Formulierungen

Branchenstudien zeigen übereinstimmend, dass der Klebstoffverbrauch bei Elektrofahrzeugen deutlich höher ist als bei Verbrennern.

8.2 Langfristige Marktauswirkungen

Mit der zunehmenden weltweiten Verbreitung von Elektrofahrzeugen führt dieser erhöhte Verbrauch pro Fahrzeug direkt zu Folgendem:

  • Starkes Marktwachstum für Autokarosserieklebstoffe

  • Größere Nachfrage nach kundenspezifischen Klebstofflösungen

  • Engere Zusammenarbeit zwischen Klebstofflieferanten und Automobilherstellern


9. Auswirkungen auf Klebstoffhersteller und -lieferanten

Der Übergang zur Elektromobilität birgt sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Klebstoffhersteller.

9.1 Nachfrage nach fortschrittlichen Formulierungen

Klebstoffe für die Karosserie von Elektrofahrzeugen müssen anspruchsvolle Anforderungen erfüllen, darunter:

  • Hohe strukturelle Festigkeit

  • Ausgezeichnete thermische und chemische Beständigkeit

  • Kompatibilität mit verschiedenen Substraten

Lieferanten, die in Forschung und Entwicklung sowie Anwendungstechnik investieren, haben die besten Erfolgsaussichten.

9.2 Strategische Partnerschaften mit OEMs

Da Klebstoffe ein integraler Bestandteil der Elektrofahrzeugkonstruktion werden, binden Hersteller Klebstofflieferanten zunehmend frühzeitig in den Entwicklungsprozess ein. Diese Zusammenarbeit ermöglicht Folgendes:

  • Optimierte Verbindungslösungen

  • Schnellere Produktentwicklungszyklen

  • Verbesserte Gesamtfahrzeugleistung


10. Fazit: Elektrofahrzeuge als Katalysator für Innovationen im Bereich Klebstoffe

Elektrofahrzeuge verändern nicht nur die Art und Weise, wie Autos angetrieben werden – sie revolutionieren auch die Art und Weise, wie Fahrzeuge konstruiert, gebaut und montiert werden. In diesem Transformationsprozess haben sich Klebstoffe für die Automobilkarosserie als entscheidende Schlüsseltechnologie erwiesen.

Von leichten Multimaterialstrukturen und Batterieintegration bis hin zu NVH-Kontrolle und nachhaltiger Fertigung – Klebstoffe lösen viele der besonderen Herausforderungen von Elektrofahrzeugen. Da die Verbreitung von Elektrofahrzeugen weltweit weiter zunimmt, wird die Nachfrage nach Hochleistungs-Karosserieklebstoffen weiter steigen.

Für Automobilhersteller bieten Klebstoffe Designflexibilität, Effizienz und Leistungsvorteile, die perfekt zur Zukunft der Mobilität passen. Für Klebstofflieferanten stellt die Elektromobilitätsrevolution einen starken Motor für Innovation, Zusammenarbeit und langfristiges Marktwachstum dar.